Digitalisierung im Gesundheitswesen: Effizientere Prozesse durch EDI im Krankenhaus

Automatisierung | October 15, 2021 | 3 min read

by Julian Kowatsch

Das Gesundheitswesen, ein digitaler Dinosaurier.

Zwischen Medikamenten, medizinischem Bedarf und allem dazwischen steht die Gesundheitsbranche aufgrund alter Modelle, regulatorischer Beschränkungen und der Abhängigkeit von traditionellen Lieferketten seit langem vor großen Herausforderungen. Branchenvertreter, Kliniken und Praxen sind sich jedoch einig, dass Geschäftsprozesse und -systeme heute und nicht morgen mithilfe digitaler Technik modernisiert werden müssen. Das 4,3-Milliarden-Euro-Paket zur Förderung der Digitalisierung und Infrastruktur (Krankenhauszukunftsgesetz, KHZG) zu schnüren, ist nicht unvernünftig. In einer aktuellen Studie sprach McKinsey über die 34-Milliarden-Euro-Chance in Deutschland. Durch den Einsatz digitaler Technologien kann das deutsche Gesundheitssystem jedes Jahr viel Geld sparen.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung reichen von Telemedizin (Online-Beratung), eHealth (digitalen Netzwerken von Teilnehmern und Patienten) bis hin zu elektronischer Patientenakte und digitalem Beschaffungsmanagement. Insbesondere die Digitalisierung des Ein- und Verkaufs von Arzneimitteln und Medizinprodukten birgt großes Potenzial für Gesundheitseinrichtungen. Allerdings nutzt laut Bundesverband Materialwirtschaft derzeit nur etwa ein Drittel der Krankenhäuser in Deutschland E-Procurement-Lösungen. Zudem sind vollelektronische Beschaffungslösungen noch die Ausnahme. Der Beschaffungs- und Abrechnungsprozess erfordert noch viel Arbeit. Bedenkt man, dass das typische Merkmal des Krankenhauseinkaufs darin besteht, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Lieferanten und eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte gibt, dann wird die Unterstützung der Digitalisierung des Prozesses offensichtlich.

Beschaffungsprozess im Krankenaus automatisieren

Um die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Krankenhäusern und Zulieferern zu verbessern, sollte das Beschaffungsmanagement im Gesundheitswesen möglichst effizient und fehlerfrei sein. Dies ist nur möglich, wenn der Lieferant und die Systeme des Krankenhauses die gleiche Sprache verwenden und ohne Barrieren kommunizieren. Hierbei kommt Digitalisierung ins Spiel, wobei man unterscheiden muss zwischen einfacher und tiefgreifender Digitalisierung. Bei einfacher Digitalisierung werden Dokumente in einem nicht-maschinenlesbaren Format, bspw. als PDF oder JPEG, ausgetauscht. Das Problem dabei ist, dass hier nur schwierig automatisiert werden kann, da das Format nicht direkt weiterverarbeitet werden kann, sondern über einen oder mehrere Zwischenschritte (wie z.B. Abtippen durch Mitarbeiter oder OCR-Scan durch entsprechende Software) aufbereitet werden muss. Bei tiefgreifender Digitalisierung sprechen die Krankenhaussysteme und die Lieferanten die gleiche Sprache. Das heißt, dass die Daten nicht bspw. nicht als PDF oder JPEG übertragen werden sondern in einem strukturierten maschinenlesbaren Format übertragen werden. Dadurch kann das Krankenhaus mit seinen Lieferanten barrierefrei kommunizieren.

Interne und externe Systeme integrieren

Die erste Aufgabe sollte die Integration und nahtlose Kommunikation der internen Prozesse und Systeme sein. Die Standardisierung und Digitalisierung aller wichtigen Daten ist die wichtigste Voraussetzung, um dieses Ziel zu erreichen. Der Fokus sollte dabei immer auf dem ERP-System liegen, das alle wichtigen Geschäftsprozesse, Daten und Geschäftslogik enthält. Der nächste Schritt kann sein, das interne System mit dem System des Lieferanten zu verbinden. Denn wenn möglichst viele am Beschaffungsprozess beteiligte Personen angebunden werden, lässt sich ein hoher Automatisierungsgrad erreichen. Zur Digitalisierung und lückenlosen Datenübertragung geeignete Softwarelösungen sind EDI-, E-Procurement- und E-Commerce-Systeme. Für den automatisierten elektronischen Datenaustausch sind vor Allem EDI-Lösungen am effektivsten und sind daher für diesen Anwendungsfall zu empfehlen.

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EDI im Gesundheitswesen - der Grundstein zur Verbesserung der Prozesseffizienz

EDI (Electronic Data Interchange) ist der Grundstein zur Verbesserung der Prozesseffizienz. Es steht für die interne und externe digitale Übertragung von Geschäftsdaten – beispielsweise im Gesundheitswesen, zwischen Krankenhäusern und Lieferanten. Durch EDI können viele Fehler eingespart werden und manuelle Schritte automatisiert werden. Bestellungen, Rechnungen, Lieferscheine, Produktlisten etc. werden digital per EDI versendet und müssen beispielsweise bei der Warenkontrolle nicht mehr manuell übermittelt werden. Dieser Datenaustausch erfolgt mit Hilfe standardisierter Nachrichten, die von Lieferanten und Krankenhäusern automatisiert verarbeitet werden können. Die Einführung von EDI reduzieren die Prozesskosten des Commodity-Managements in der Regel erheblich.

Weitere Themen in Bezug auf automatisierten Datentransfer

Weitere zukunftsträchtige Themen auf die Krankenhäuser in Zukunft Wert legen sollten sind:

  • Enterprise Application Interchange (EAI)
  • Managed File Transfer
  • OCR-KI

Der gezielte Einsatz von digitalen Beschaffungstechnologien wie EDI ermöglicht Lieferanten sowie Kunden des Gesundheitswesens eine enorme Effizienzsteigerung und große Kosteneinsparungen.

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Unser Artikel zu den Chancen der Digitalisierung im Health Care Sektor ist in Zusammenarbeit mit der 8Health Management entstanden.

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